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Wofür wir stehen

 

Wir sind ein Gestalt-Weiterbildungsinstitut, das in den 25 Jahren seines Bestehens seine Lebendigkeit bewahrt hat. Wir waren von jeher kritisch gegenüber Expansionsbestrebungen und haben uns als „small and beautiful“ definiert.

Bis zu letztem Jahr haben wir jedes Jahr einen Weiterbildungszyklus angeboten, sowohl für die zweijährige Basis-Weiterbildung, als auch für die zweijährige Weiterbildung in Praxis und Supervision. Seit letztem Jahr übernimmt dies das ZwischenRaum-Institut (www.zwischenraum.org).

Unser Name AKG-GESTALTLEBEN“ mit den „drei Buchstaben“ steht für:
 
A = Arbeitskreis: Eine von der Idee des Netzwerks getragene Organisation mit Mitbestimmung, Gegenseitigkeitsprinzip, Wahlmöglichkeit, Selbstbestimmtheit.
K = Kritische: Das synergetische Zusammenspiel von individueller Befindlichkeit und Umweltbedingungen erfordert auch politisches Engagement und spirituelles Eingebundensein.
G = Gestalttherapie: In dualer Gruppenleitung vermitteln wir Theorie und Praxis des Gestaltansatzes mit Selbsterfahrung als Basis für psychosoziale und psychotherapeutische Arbeit.

GESTALTLEBEN: Wir akzentuieren den Gestaltansatz als Lebensform – nicht ausschließlich als Therapiemethode.

 
Das „K“ (=Kritische) in unserem Namen gründet sich in unserer Überzeugung, dass seelische Befindlichkeit und Krankheit im Zusammenhang mit ökologischen Abläufen und politischen Bedingungen zu sehen sind. Wir betrachten die individuelle (Krankheits-) Geschichte vor dem gesellschaftlichen Hintergrund und suchen nach der Veränderbarkeit dieses Figur-Grund-Gefüges. Wir wollen diese Bedingtheit in unserem Gestaltleben und -lehren im Blick behalten. Als Voraussetzung dazu vermitteln wir qualifizierte Kenntnisse und Fähigkeiten in Gestalttheorie und Gestaltpraxis.

Gesellschaftlich und politisch leben wir in einer Zeit der Verengung und Verknappung. Die Angst vor Einengung und Bedrohung durch nicht kontrollierbare Kräfte der Macht ist allgegenwärtig (Existenzbedrohung, akute politische Bedrohung, ökologische Bedrohung). Gestalttherapie und das Gestaltdenken werden – wie auch andere wirksame Therapiemethoden – im sozio-psychologischen Bereich per Gesetz beschnitten.
Wir setzen gegen die Enge und Not das Prinzip der Weitung, der Mehr-Perspektivität, der Vielfalt, der Wahlfreiheit und Integration. Wir sehen uns im größeren Rahmen der Erneuerung unserer Welt gemeinsam mit Lehren der Tiefenökologie und mit spirituellen Lehren. Wir richten unseren Blick darauf, die in Konkurrenz und Aggressivität gebundene Energie zu lösen und in konstruktiver Weise zu nutzen. So verwirklichen wir z.B. in unserem Weiterbildungsangebot von jeher das Prinzip der kollegialen Kooperation durch die duale Gruppenleitung (wir arbeiten immer zu zweit). Dadurch bieten wir sowohl vielfältige Lernmöglichkeiten für die TeilnehmerInnen, als auch Gelegenheit zur ständigen gegenseitigen kollegialen Beratung und Supervision des Teams.

Aus den Rückmeldungen von TeilnehmerInnen erfahren wir immer wieder, wie sehr sich ihre Weltsicht wandelt, wie die Verwirklichung der Gestalthaltung und der Austausch mit anderen ihre Ängste reduziert.

Wir sind überzeugt von der Kraft der Veränderung, die im gestalttherapeutischen Ansatz liegt, und suchen Menschen, die sich auf diesen Prozess einlassen.

Gestaltleben


Wir akzentuieren den Gestaltansatz als Lebensform – nicht ausschließlich als Therapiemethode.


Das Prinzip GESTALTLEBEN verwirklichen wir durch das Angebot, die Weiterbildungsseminare in Seminarhäusern mit Selbstverpflegung in Niederbayern und in Ligurien, Italien, durchzuführen.

Hier ist die Gelegenheit gegeben, in der Kombination von gemeinsamem Leben und Lernen Erfahrungen unmittelbar in der Gemeinschaft zu machen.

Ein Artikel von Rainer Pieritz demonstriert Weiterbildung an unserem internen Konzept.



Das Netzwerk im AKG

Zum GESTALTLEBEN im AKG gehört das Netzwerk von ehemaligen und derzeitigen WeiterbildungsteilnehmerInnen sowie der AusbilderInnen. Wie es entstanden ist und sich entwickelt hat, wird hier geschildert.

Die TeilnehmerInnen organisieren jährlich ein Tanz- und Begegnungsfest und zwei eintägige Werkstatt-Treffen. Es gibt einen monatlichen "Salon", aus dem einige thematische Arbeitsgruppen-Angebote entstanden sind.

GestaltLeben – Leben im ZwischenRaum

Der Gestaltansatz hat nicht nur ein fundiertes theoretisches Konzept. Er bietet auch praktische Unterstützung an für das alltägliche Leben im Spannungsfeld zwischen vielerlei Gegensätzen.
Im Zwischenraum, der Kontaktgrenze zwischen Eigenem und Fremdem, entscheidet sich die Frage, ob Gegensätzliches und Fremdartiges eine neue Gestalt finden kann oder nicht.
Um nicht zu guter Letzt "zwischen allen Stühlen" zu landen empfiehlt es sich, zu gegebener Zeit Zwischenräume zu eröffnen und die Zwischenperspektive einzunehmen. Wer sich egozentrisch an eine feste Position klammert und nicht über die Fähigkeit verfügt, in den kreativen Dialog mit der Gegenposition zu gehen, kann seine seelische und geistige Beweglichkeit verlieren.
Im Bereich partnerschaftlicher Beziehungen kommt es nicht zur Begegnung, wenn die liebevolle Achtsamkeit und der tiefe gegenseitige Respekt im "Dazwischen" fehlen. Entfremdung tritt ein und mit ihr Sprachlosigkeit und Desinteresse.



Das Gestalt-Netzwerk

In unserem Engagement für persönlichen und gesellschaftlichen Wandel sind wir nicht alleine: Wir sind Mitglied in der Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie DVG, dem Dachverband für GestalttherapeutInnen in Deutschland und hierüber auch verbunden mit der European Association for Gestalt Therapy EAGT.

 

 

Unsere Geschichte

 

Wie wir geworden sind – oder woher wir kommen:

Inga Schumann-Sorge (verstorben im März 2012) und Rainer Joachim Pieritz gehören zu den ersten Psychologinnen und Psychologen, die im Großraum München die Gestalttherapie bekannt machten.

In den Jahren 1978-83 gab es im Regionalbereich München eine erste gestalttherapeutische Arbeits- und Wachstumsgruppe von Frauen und Männern, die sich auf individuellem Wege vor allem in den USA ihre gestalttherapeutische Kompetenz erworben hatten. Wir verstanden uns damals als wandernde lernende Gesellen, die an ihren Lebens- und Arbeitsplatz, angereichert mit Können und Erfahrung, zurückkehrten.

Ein erstes Netzwerk dieser "Gesellen" entstand: Zum Arbeiten miteinander, zum Ausprobieren, zum Diskutieren, zum Fantasieren, zum Politisieren und zum "Gestalt leben". Wir alle wollten unser persönliches Lebenskonzept und unsere therapeutische Arbeit durch die Belebung des Gestaltgedankens bereichern. In diesem Rahmen lernten sich Rainer und Inga näher kennen. Beide hatten zuvor über die Gesprächstherapie – heute Klientenzentrierte Therapie – miteinander Kontakt gehabt. Aus diesem Kreis entwickelten sich u.a. Ausbildungsinstitute mit unterschiedlichen Akzenten. Unsere spezielle Idee war: In der Ausbildungssituation sollten humanistische, soziale und politische Überzeugungen gleichermaßen zum Tragen kommen. Daraus ergab sich die Benennung "Arbeitskreis" – "kritisch" – "Gestaltleben".

Wir sprachen Frauen und Männer an, die schon bisher mit uns Lernkontakte hatten und baten sie, mit uns gemeinsam in dieses Experiment einzutreten. Die Kurse "A 83" und "F 83" (Anfänger und Fortgeschrittene des Jahrgangs 1983) waren dann der erste "ARBEITSKREIS KRITISCHE GESTALTTHERAPIE - GESTALTLEBEN".

 

Erst für das Weiterbildungsangebot 1989 "modernisierten" wir unser Logo zu dem heutigen Zeichen. Einige Erläuterungen dazu:
Bei genauer Betrachtung wird zusätzlich zur Schwingung zwischen Innenbereich und Außenbereich auch eine Tiefendimension sichtbar, sowie eine "den Rahmen dehnende" Schwingung. Die Werte, die sich in diesem bewegten Zeichen für uns niederschlugen, sind auch heute noch für uns gültig.
Möglicherweise haben wir damals etwas empfunden, was in unserer Sicht auch theoretisch untermauert worden ist: Nach der Chaos-Theorie werden in einem chaotischen Umfeld durch Attraktoren (z.B. Figuren) neue Ordnungsmuster geschaffen.
Man kann die geschwungenen Linien auch in diesem Sinne deuten.


Weiter mit der Geschichte:
Das Leben im AKG in den 90er-Jahren ist charakterisiert durch eine Fülle von Aktivitäten sowie die Mitbestimmung bei Form und Inhalt der Weiterbildung. So gab es Vollversammlungen, einen die Leitung unterstützenden Arbeitskreis – SKF (Selbstverwalteter Fortbildungskreis) – und gemeinsame Kennenlernabende für InteressentInnen. Es gab eine Reihe Ausbildungsgruppen übergreifender themenorientierter Arbeitskreise, wie z. B. Therapie, Frauen, Gestaltliteratur, Gestaltpädagogik, Gestalt in Organisationen, Politik und Gestalt, Lebensmodelle, "Gestaltleben". Ein gemeinsames Weiterbildungsprogramm, in dem u.a. AKG-Ausgebildete Seminarangebote machten, wurde erarbeitet.

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